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„Wir fanden uns lange unmöglich“
23.09.2017 um 17:57 Uhr
Goldene im Hause Schüder
Sie frech, vorlaut, immer aktiv und sprachbegabt. Er zurückhaltend, nachdenklich und naturwissenschaftlich interessiert – daraus kann kein Paar werden. Das hatten Utta Buss und Eckart Schüder auch gedacht. Als sie gemeinsam den Kindergarten und später die Schule besuchten und dann das Abitur bestanden, hatten sie keinerlei Interesse aneinander: „Wir fanden uns unmöglich“, sagt das Paar.
Doch dann begegneten sie sich als Erwachsene wieder – und schnell war die Sache klar. Kurz darauf standen sie vor dem Standesbeamten – das war vor genau 50 Jahren. An diesem Samstag feiern sie Goldene Hochzeit.
Utta Schüder, geboren in Petrikau in Polen, wuchs wie ihr Mann Eckart, der in Schlüchtern geboren wurde, im hessischen Schotten auf. Sie begann eine Ausbildung zur Krankenschwester, wechselte dann zum Studium Französisch und Geschichte. Als sie ein Stipendium für Frankreich erhielt, begegnete sie Eckart wieder, der in Paris zum Programmieroffizier der Marine ausgebildet wurde. Kurz darauf trafen sich die beiden in Paris – da stand schon fest, dass sie zusammengehören. Als sich das erste Kind ankündigte, wurde geheiratet.
Das Paar lebte zunächst in Paris, später in Wilhelmshaven und Middelsfähr, bevor sie in Schortens bauten. Eckart arbeitete inzwischen für eine Firma, die der Marine zuarbeitet, ein zweiter Sohn kam zur Welt und als der zur Schule kam, nahm Utta Schüder ein Lehramtsstudium auf. Als Mitglied der Grünen kam sie 1986 in den Rat, 25 Jahre war sie dort aktiv. Seit 1988 war sie als Lehrerin tätig, zuletzt an der Grundschule Plaggestraße. In Schortens kennt man sie: Sie gründete unter anderem den Förderverein Familienzentrum, Elterncafés, Beratungshilfe und ist in der Flüchtlingshilfe aktiv.
„50 Jahre Ehe, das lief nicht immer ohne Probleme, aber wir hatten immer guten Austausch, haben uns unterstützt und ergänzt“, verrät das Paar. Der Ehrentag wird mit Söhnen, Enkel und Freunden gefeiert.