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Siegfried und Stefanie Schmidt feiern Diamantene Hochzeit
07.07.2017 um 09:03 Uhr
Eigentlich suchte sie nur einen Passagier, der den letzten Platz im Bus auf der von ihr organisierten Tour von Salzgitter-Lebenstedt nach Hamburg besetzen sollte. Also sprach sie den jungen Mann an – und der sagte zu. Dass das für beide ein entscheidender Tag in ihrem Leben werden sollte, ahnten Siegfried und Stefanie Schmidt damals überhaupt noch nicht. Doch nicht lange nach dieser Fahrt waren sie ein Paar.
Und wie das Leben so spielt, bekam Siegfried Schmidt schon kurz danach eine gute Arbeit bei der Firma Olympia in Roffhausen und fuhr am Wochenende mit dem Motorrad zurück nach Lebenstedt. Da das kein Dauerzustand sein konnte, wurde am 6. Juli 1957 geheiratet. Am Donnerstag beging das Paar aus Heidmühle Diamantene Hochzeit.
Ihre Hochzeitsreise in der Isetta über den Großglockner in den Süden ist für beide ein bleibendes Erlebnis geblieben.
Doch für größere Urlaube hatten sie danach kaum noch Zeit. Es galt, eine Existenz aufzubauen. Beide hatten das Erlebnis der Flucht hinter sich, er stammt aus Schlesien, sie floh schon 1939 aus Rumänien.
Harte Arbeit prägte ihr weiteres Leben. Siegfried Schmidt spürte den Aufschwung nach dem Krieg an den vielen Überstunden, die er bei Olympia leistete. Stefanie Schmidt konnte sich den Traum erfüllen und eine Nähmaschine anschaffen. Damit trug sie zum Familieneinkommen bei. Mit schmuckvollen Decken für Kinderwagen eröffnete sie einen gut gehenden Handel und ihr Mann fuhr durch ganz Norddeutschland, um sie zu verkaufen – mit der Isetta natürlich.
Und in den 1960ern bauten sie das allererste Haus an der Sylter Straße, in dem sie heute noch mit 85 Jahren den Garten bestellen. Um die Feier ihrer Diamantenen Hochzeit brauchen sie sich überhaupt nicht zu kümmern. Das machen bis zum letzten Handgriff ihre Kinder.