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Gemeinsames Leben für das Ehrenamt
07.08.2017 um 12:54 Uhr
Eines der bekanntesten Rodenkircher Ehepaare ist an diesem Donnerstag 60 Jahre verheiratet: Rita und Carl Heinz Ficke. Beide haben sich viele Jahre ihres Lebens für die Allgemeinheit eingesetzt. Jetzt wollen sie ihre diamantene Hochzeit zusammen mit der Familie und vielen Weggefährten feiern.
Es war auch in Rodenkirchen, wo sich die beiden kennenlernten; Carl Heinz Ficke war damals ein Seemann auf Landurlaub. Am 3. August 1957 gab sich das Paar in der St.-Matthäus-Kirche das Jawort. Zur Familie gehören auch die Kinder Bernd und Sabine, die Schwiegerkinder Antje und Manfred, die vier Enkel und das Urenkelkind Alicia July
Rita Ficke, geborene Koch, erblickte am 25. März 1939 in Elbing/Westpreußen das Licht der Welt. Von dort wurde die Familie vertrieben und kam über Schwerin und Bremen nach Havendorf zum Landwirt Jan Cornelius. In Esenshamm fand Rita Ficke ein neues Zuhause. Nach dem Besuch des Gymnasiums Nordenham erlernte sie den Beruf der Textilkauffrau im Einzelhandel. Später führte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann die Bahnagentur und half ihm bei der Bewirtschaftung der Bahnhofsgaststätte.
24 Jahre im Gemeinderat
Mehrere Jahrzehnte lang war Rita Ficke ehrenamtlich und politisch tätig. 24 Jahre lang gehörte die Christdemokratin dem Stadlander Gemeinderat an, zehn Jahre lang war sie Mitglied des Kreistages. Rita Ficke ist Mitbegründerin der Frauenunion in der Wesermarsch, die sie 20 Jahre lang als Vorsitzende führte. Sie wurde zur Ehrenvorsitzenden ernannt und trägt diesen Titel auch beim CDU-Ortsverband Rodenkirchen.
Rita Ficke war Mitglied der Singgemeinschaft Stadland und engagierte sich für die Partnerschaft mit dem französischen District de Petit Caux.
Carl Heinz Ficke stammt aus einer alteingesessenen Rodenkircher Familie. Er wurde am 8. Dezember 1927 als jüngstes von sechs Kindern in Strohausen geboren. Nach der Schule begann er bei der Stadtverwaltung Nordenham seine Lehre. Als 16-Jähriger wurde er zum Kriegsdienst eingezogen; erst Ende 1946 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heim.
Nach seiner Heimkehr beendete er seine Ausbildung in Brake. Dann zog es ihn in die weite Ferne, der Sohn eines Seemanns wollte selbst zur See fahren: Er fuhr als Messe-Steward zur See, wurde mit 22 Jahren Chefsteward auf einem Fracht- und Fahrgastschiff bei der Atlas-Levante-Linie.
Den Bahnhof gekauft
Doch mit seiner jungen Frau ging der Seemann dann doch in Rodenkirchen vor Anker: Am 1. November 1959 übernahm er die Bahnhofs-Gaststätte, die er bis 1999 führte. 1980 kauften die Eheleute die geschichtsträchtige Immobilie. Er ist Mitbegründer und Ehrenvorsitzender des Verkehrsvereins Stadland, 18 Jahre lang führte er den Vorsitz. Er nahm aber noch weitere ehrenamtliche Tätigkeiten an: So war er 10 Jahre lang Sprecher der Stadlander Gastwirte und 15 Jahre lang Ortsbeauftragter der DLRG.
Zeit seines Leben ist Carl Heinz Ficke ein begeisterter Sammler alter Dokumente, Bücher und Fotos über Rodenkirchen. Mehr als 2000 Bilder hat er in einem guten halben Jahrhundert zusammengetragen. Der 89-Jährige ist stolz auf sein auf sein umfangreiches Archiv in der Wohnung im Bahnhofsgebäude.