Bauer sucht Frau

Tagebuch einer Traumhochzeit
- von Jana Albers -

Schon als Kind habe ich davon geträumt, irgendwann auf einem Bauernhof zu wohnen und einen Landwirt zu heiraten. Gefunden haben wir uns dann bei Bauer sucht Frau – nicht etwa übers Fernsehen, aber über eine Internetgruppe mit gleichem Namen und gleicher Idee. Ich habe vorher nie daran geglaubt, dass man übers Internet den Mann fürs Leben kennen lernen kann. Ich wurde eines Besseren belehrt!

Den Entschluss, zu meinem Bauern aufs Land zu ziehen, habe ich nie bereut. Für uns beide stand schon länger fest, dass wir unser Leben gemeinsam verbringen werden. Über‘s Heiraten hatten wir vorher schon das ein oder andere Mal gesprochen. Mit einer Freundin habe ich außerdem in der Stadt schon nach einem Ring geguckt – in der Hoffnung, dass sie meinem Verlobten im richtigen Moment einen Tipp geben kann.

Konkret wurde es aber erst an meinem Geburtstag im letzten Jahr, denn da erwartete mich eine ganz besondere Geburtstagsüberraschung. Eigentlich hätte ich mich wundern können, dass ich nicht wie jedes Jahr nach meinem Geburtstagswunsch gefragt wurde. Als wir dann an meinem Geburtstag zu einem gemeinsamen Ausflug aufbrachen, war ich sehr verblüfft, als wir am Flugplatz in Lohe ankamen. Aufgeregt ging es in den Flieger und ich freute mich darauf, unseren Hof und unser Land von oben zu sehen.

Als wir schließlich über unsere Felder flogen, war ich mehr als überrascht und konnte es kaum glauben: In eines unserer Felder hatte mein Verlobter ein 90 Meter großes Herz mit unseren Initialen und zwei ineinander verschlungenen Ringen gefräst. In diesem Moment stellte er mir die Frage der Fragen, ob ich seine Frau werden möchte. Trotz meiner Überwältigung sagte ich natürlich sofort ja und bekam einen wunderschönen Verlobungsring angesteckt.

Erst zurück auf dem Boden konnte ich so richtig realisieren, was da gerade geschehen war. Im Nachhinein habe ich erst erfahren, in welch akribischer Kleinstarbeit mein Verlobter zusammen mit seinem Vater das Feld vermessen und das Herz sowie die Buchstaben und die Ringe mit einem Trecker ohne GPS in das Stoppelfeld gefräst hatte.

 

Für uns beide war dieser Antrag genauso, wie ein Heiratsantrag meiner Meinung nach sein sollte: genau passend für uns und unser Leben, ein intimer Moment zu zweit und insgesamt einfach ein ganz besonderer Start in unser weiteres gemeinsames Leben.

Am 12.September 2020 haben wir uns trotz der Corona-bedingten Einschränkungen unsere ganz persönliche Traumhochzeit gefeiert. Nach der Trauung in der St. Elisabeth-Kirche in Elisabethfehn sind wir – ausnahmsweise nicht auf den Trecker, sondern in eine wundervoll geschmückte Kutsche gestiegen.

Das Ehepaar Claußen hat alles dafür getan, dass es uns gut geht. Viele Menschen haben uns an der Straße zugewinkt und so haben wir uns wie ein Königspaar gefühlt. Vor allem gehörte diese Stunde Kutschfahrt einzig und alleine uns beiden als Paar – wir haben es einfach nur genossen. Sie hat diesen Tag, passend zu unserer bisherigen Liebesgeschichte, zu etwas ganz Besonderem gemacht!

Wir danken Jana und Daniel für diesen tollen Einblick in ihre Geschichte.

Alles Gute euch beiden für eure gemeinsame Zukunft!